Reiseziele im ewigen Eis – Arktis und Antarktis

Reisen zu süd- und nordpolaren See- und Landgebieten sind in den   letzen Jahrzehnten zunehmend populär und auch durchaus komfortabel   geworden. Dennoch stellt eine Reise in die Arktis oder Antarktis immer   noch ein besonderes Abenteuer dar. Gemeinsam ist der maritime Ansatz der   meisten Reisen in polare Gebiete: Zwar sind ausnahmsweise auch Anreisen   auf dem Luftweg nicht unüblich, in der Regel wählt der Polar-Tourist   aber die Option „Kreuzfahrtschiff“. Gerade bei dieser Art des   Reisegebietes sind entsprechend ausgerüstete Spezialschiffe die optimale   Basis für einen gleichermaßen entspannten und sicheren wie   abwechslungsreichen Aufenthalt in polaren Zonen. Gemeinsam ist beiden   Reisegebieten aber auch die allgegenwärtig atemberaubende Weite und   Majestät in diesen weitgehend unberührten Naturlandschaften der Erde.
Nur vergleichsweise wenige Schiffe sind für die Fahrt durchs   Nordpolargebiet mit seinen faszinierenden Fjorden und Gletschern   ausgerüstet, das unter anderem Lappland, das norwegische Spitzbergen,   das zu Dänemark gehörende Grönland, Nordkanada und Nordalaska umfasst.   Weitere, weitaus seltener in den Programmen der Reiseveranstalter   auftauchende Reiseziele nördlich des Polarkreises sind die arktischen   Regionen Russlands mit der Nordküste Sibriens und vorgelagerten   Inselgruppen wie Nowaja Semlja oder den Neusibirischen Inseln. Zu den   spektakulärsten Reisetipps gehört in diesem Zusammenhang der Hinweis auf   die Möglichkeit, mit einem russischen Atomeisbrecher durchs ewige Eis   bis zum Nordpol vorzustoßen.
Üblicherweise werden Schiffsreisen in der Arktis von Juni bis September   angeboten, um die Reisenden mit den Widrigkeiten der in anderen   Jahreszeiten wesentlich raueren klimatischen Verhältnisse nicht zu   überfordern. Zu den beliebtesten Destinationen, die von Reedereien wie   der Hapag Lloyd oder der Hurtig-Routen angefahren werden, gehört   Lonyearbyen, die mit 2000 Einwohnern größte Siedlung auf Spitzbergen.   Der Ort wird gern als Ausgangspunkt für Exkursionen gewählt. Von hier   kann auch die mutmaßlich nördlichste ständig bewohnte Gemeinde der Welt   (Ny-Alesund, 30 bis 100 Einwohner, 100 km nördlich von Lonyearbyen) per   Schneemobil erreicht werden. Ebenso beeindruckend ist eine Reise nach   Grönland, der trotz Erderwärmung immer noch überwiegend von Eis   bedeckten größten Insel der Welt. Hier empfehlen sich unter anderem   Ausflüge zu den Inuit-Siedlungen Nuuk und Qaqoport.
Auf der anderen Seite des Globus, in der Antarktis, erwartet dem   Besucher eine noch menschenleerere Region, die vor allem durch den   stürmischen Antarktik und die vereiste Riesenlandmasse des antarktischen   Kontinents (Antartika) bestimmt ist. Manchmal werden auch die   südamerikanische Südspitze (Feuerland, Kap Hoorn) sowie die   Falkland-Inseln und einige andere einsame Eilande als Subantarktis zur   Südpolarregion gezählt.
Zu den Hauptreisezielen der in der Regel vom argentinischen Hafen   Ushaia, der südlichsten Stadt der Welt, auslaufenden Polarreiseschiffe   gehört die 1200 km lange antarktische Halbinsel, die im weiten Bogen   über den Südpolarkreis hinaus bis fast an Südamerika reicht und die im   Gegensatz zu anderen Regionen von Antarktika auch ohne Einsatz von   Eisbrechern erreicht werden kann. Hier bieten Ausflüge zur von Pinguinen   und Walrössern bevölkerten Paradise Bay oder zur Cuverville-Insel   besonders unvergeßliche Einblicke in die Schönheiten der einzigartigen   Naturlandschaft. Zu den beliebtesten Reisezielen gehört auch der   Naturhafen Port Lockroy, der sogar über eine Poststation und ein kleines   Museum verfügt. Nicht verpasst werden sollte auch ein Abstecher zum   Antarctic Sound, einem Sund an der Nordspitze der Halbinsel, der den   Beinamen „Allee der Eisberge“ zu Recht trägt.

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