Wenn die Gondeln Schneemäntel tragen

Im Sommer wollen viele Menschen La Serenissima durch den Ehreneingang betreten.

Im Winter hat Venedig einen ganz besonderen Zauber. Wenn die Touristenströme versiegt sind, erlebt man Venedig in aller Ruhe. All das, was die Lagunenstadt so einzigartig macht, 700 prunkvolle Paläste, 180 malerische Kanäle mit 453 Brücken, kann man dann ohne Gedränge erleben.

Jedes Jahr kommen ca. 20 Millionen Besucher zu La Serenissima – der durchlauchtesten aller Städte, aber die meisten kommen im Sommer. Im Herbst und im Winter kommen nur wenige Touristen und Venedig gehört den Venezianern. Jetzt kann man in Ruhe in den Läden, auch in denen rund um den Markusplatz, stöbern. Selbst der Dogenpalast kann ohne lange Wartezeit und ohne langes Schlange stehen besichtigt werden.

Die Stimmung ist ganz besonders – Venedig atmet durch. Morgens hüllt Nebel Kirchtürme, Balkone und Spitzbogen Fenster in geheimnisvolle Schleier. Wenn kurz darauf die Sonne scheint, wird alles in ein klares Herbst- oder Winter Licht getaucht. Manchmal fallen auch vereinzelte Schneeflocken auf die Gassen. Dann bieten die Straßenverkäufer ihre Waren wenig beachtet unter Regenschirmen an und japanische Touristen erleben ihre Gondelfahrt mit Regenschirmen, aber auch das natürlich mit der gewohnten Gleichmut.

Vielleicht kann man dieses venezianische Wintermärchen mit einem unglaublich teuren Cappuccino im Café Florian direkt am Markusplatz krönen. Hier saßen schon Goethe, Balzac und andere Berühmtheiten und man hat das Gefühl die Zeit wäre stehen geblieben. Oder man mischt sich unter die Venezianer und genießt ein „ombra“ ein übliches 0.1 l Glas Wein in einer der „bàcaro“ – den typischen Weinstuben.

Diese Pausen geben neue Kraft, vielleicht für die Besichtigung der Basilica di San Marco. Herrliche Gemälde und Verzierungen mit sehr viel Gold schmücken Kuppeln und Wände des berühmten Markusdoms

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