Gänsehäufel in Wien

Summer in the City – was tun die Wiener an heißen Tagen im Sommer, den sogenannten Hundstagen?

Man kann nicht sicher sagen, ob die Hundstage wirklich in Wien erfunden wurden, mit dem gleichnamigen Film von Ulrich Seidl, aber heiß wird es allemal zwischen den Fiaker Pferden oder im Würstl  Stand, sogar im Stephansdom.  Die Wiener flüchten auf die Badeinsel Gänsehäufel. Die Insel entstand aus angeschwemmten Sandhäufen und wurde ursprünglich zur Gänsezucht genutzt – daher der Name. Als Badeort wird sie seit Anfang des 20. Jahrhunderts genutzt. Die Badeinsel, oder auch im Bezug auf die Hitze auch Rettungsinsel, liegt an der Alten Donau und ist von der Innenstadt Wiens gut zu erreichen. Auch Reinhard Fendrich hat in einem Lied schon davon geschwärmt „ I steh aufs Gänsehäufe, auf Italien pfeif i“.  Bei schönem Wetter kommen bis zu 20.000 Besucher auf die Insel mit ihrem 1.2 Kilometer langen Sandstrand. Es gibt fünf verschiedene Schwimmbecken, Sport- und Spielplätze, Kabinen und eine Ladenzeile aus den vierziger Jahren. Am Weststrand stehen die Kabanen. Die Handtuch großen Kabinen werden pro Saison vermietet und sind so begehrt, dass sie teilweise von den Generationen regelrecht vererbt werden. In den Kabinen kann man alles unterbringen, was man für einen Sommertag so braucht und muss dann nicht bepackt wie die anderen Besucher des Gänsehäufels den Badetag antreten. Die Mieter der Kabinen am Weststrand sind fast schon wie eine feste Gemeinschaft. Zu den Kabanen (Kabinen mit Vorbau und kleinem Rasenstück am Weststrand) gehört auch der Anspruch auf Selbstinszenierung. Hier sieht es fast aus wie in einer Gartenkolonie mit Gartenzwergen, Perlenvorhängen und Blumenampeln. Aber auch für diese „privilegierten“ Besucher des Gänsehäufels endet der Tag um 20.00 Uhr, wenn die Badeinsel geschlossen wird, bis zum nächsten Sommertag.

 

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