Berlin – Ai Weiwei Evidence

Schon über 72.000 Menschen haben die Ausstellung besucht, die am 03.04. in Berlin im Martin Gropius Bau eröffnet wurde. Der Martin Gropius Bau bietet mit seinen 3000 m² Ausstellungsfläche, 18 Räumen und dem 600 m² großen Lichthof den perfekten Rahmen für die teilweise räumlich sehr großen Exponate Ais.

Themenfelder der Ausstellung

Ai Weiwei will uns mit seinen Werken auf den nicht trennbaren Zusammenhang von Kunst und Politik hinweisen. Er transportiert seine politischen Ansichten mit der Kunst. Er weist aber auch auf die Repressalien der Politik auf seine Kunst hin. Wenn ich versuche, meine persönlichen Eindrücke zu kategorisieren, lassen sich die Exponate wohl in drei Themenbereiche aufgliedern

Ai Weiwei selbst: Mit vielen Objekten werden die erlebten Repressalien und ihre Verarbeitung thematisiert. Evidence – ein Beweis für die Missstände, war schon die Tatsache, dass Ai Weiwei nicht zur Ausstellungseröffnung anreisen konnte. Nach wie vor, hat er keinen Reisepass.

Beispiele:

          Wände voller Schuldscheine für seine Unterstützer, die die staatlich geforderte Geldsumme für die Firma Fake aufgebracht haben

          Die orginal nachgebildete Gefängniszelle

          Überwachungskamera aus Marmor

          Kleiderbügel

          Videoinstallation, die die Eindrücke der Haftzeite ausdrückt und verarbeitet – 81 Tage in 5 Minuten – sehr dicht und sehr provokativ

          Nachbildung der Handschellen in edler Jade

Chinesische Gegenwart:

Beispiele:

          Stools im Lichthof als Symbol für das, was chinesische Wanderarbeiter zurücklassen müssen

          Alte Türen aus Marmor nachgebildet

          Fahrräder

          Verbogene Armierungseisen als Hinweis auf Korruption und Misswirtschaft im Zusammenhang mit dem Erdbeben 2008 in Sichuan

Beziehungen Chinas zum Ausland

Beispiele:

          Diao Yu Dao Inseln, deren Besitz zwischen China und Japan umstritten ist

          Tierkreiszeichen: damit weist Ai Weiwei auf die Geschichte der Wasseruhr aus dem Sommerpalast hin, die bis heute mit all ihren Verwicklungen und Schwierigkeiten noch kein Ende gefunden hat

Fast alle Werke der Ausstellung spielen auf chinesische Verhältnisse und persönliche Erlebnisse des Künstlers an. Ohne den Audio Guide wäre es mir nicht möglich gewesen, auch nur einen Bruchteil davon zu verstehen.

Inzwischen soll es eine uneingeschränkte Foto Erlaubnis geben. An Ostern war dies nur im Außen- und Eingangsbereich möglich, deswegen sorry für das Foto.

Die Ausstellung polarisiert trotz oder vielleicht auch wegen ihrer großen medialen Aufmerksamkeit. Die Meinungen pendeln zwischen großer Kunst und China Bashing. Für mich hat Evidence viele Fragen aufgeworfen.  Aber genau deswegen bin ich froh, die Ausstellung besucht zu haben und empfehle den Besuch gerne weiter. Bis zum 07.07. habt ihr noch Gelegenheit dazu.

 noch ausführlicher könnt Ihr euch hier informieren:http://youtu.be/YC1pPZuL470

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